Kieferorthopädische Behandlungen haben funktionelle und/ oder ästhetische
Indikationen. Eine richtige Beziehung der Kiefer und eine gute Zahnstellung
mit entsprechender Verzahnung sind Voraussetzung für eine optimale Funktion
beim Kauen, Schlucken, Sprechen und für korrekten Mundschluss und Atmung.
Zähne sind ein Blickfang. Schöne Zähne und eine gute Zahnstellung
lassen uns unbeschwert lachen und erhöhen das Selbstwertgefühl.
Von Natur aus gibt es eine grosse Variation von Zahn- und Kieferstellungen,
sowie Zahn- und Kieferformen. Nicht jede Abweichung von der Norm muss unbedingt
behandelt werden.
Zahn- und Kieferfehlstellungen können aber zu Problemen beim Abbeissen,
Kauen, Schlucken, Sprechen und zu Schwierigkeiten beim Mundschluss führen.
Meistens werden Fehlstellungen auch als ästhetisch störend empfunden.
Zahn- und Kieferfehlstellungen führen oft erst bei Erwachsenen zu Problemen. So können sich z.B. Frontzähne verschachteln, d.h. sich neu oder verstärkt übereinander schieben. Das Aussehen wird zunehmend als unbefriedigend betrachtet und/oder es kommt zu funktionellen Problemen.
Mit den uns heute zu Verfügung stehenden Prophylaxemassnahmen, bleiben uns die eigenen Zähne in der Regel ein Leben lang erhalten. Wie auch in allen anderen Bereichen des Körpers, verändert sich das Kauorgan während des ganzen Lebens und damit verbunden ist häufig eine Veränderung bzw. Verschlechterung der Zahnstellung.
Je besser die Zahnstellung, desto kleiner sind diese Veränderungen und
umso weniger kommt es langfristig zu funktionellen und/oder ästhetischen
Beeinträchtigungen.
Bei Kindern lassen sich viele kieferorthopädische Probleme einfacher und
besser früh korrigieren und nicht erst, wenn das Kieferwachstum sich verlangsamt
hat. Eine frühe Behandlung kann bedeuten, dass aufwendigere Massnahmen
vermieden werden können.
Bestimmte Behandlungen brauchen viel Zeit und vor allem genügend Wachstum.
Bei spätem Behandlungsbeginn können die Probleme unter Umständen
nicht mehr optimal oder allenfalls nur noch in Kombination mit Chirurgie gelöst
werden.
Durch einen rechtzeitigen Untersuch beim Spezialisten erfahren die Eltern,
ob ein kieferorthopädisches Problem ansteht. Ist ein Problem diagnostiziert,
wird beurteilt, ob eine Behandlung zum jetzigen Zeitpunkt angezeigt ist oder
ob es sinnvoll ist zu warten, bis mehr bleibende Zähne in die Mundhöhle
durchgebrochen sind.
Werden beim Untersuch keine Probleme diagnostiziert, lernen die Eltern, ob allfällige
Probleme sich noch entwickeln können, oder ob die Notwendigkeit einer Behandlung
unwahrscheinlich ist.
Im Alter von 7/8 Jahren sind genügend bleibende Zähne vorhanden und
genug Kieferwachstum hat stattgefunden, so dass der Kieferorthopäde vorhandene
Probleme diagnostizieren und zukünftige Probleme voraussehen kann.
Im Alter von 7 Jahren sind in der Regel die ersten bleibenden Schneidezähne
und die ersten bleibenden Molaren (Stockzähne) in die Mundhöhle durchgebrochen
und Kreuzbisse, Engstände und vorstehende Zähen können beurteilt
werden.
Der Befund erlaubt die Beratung, ob eine Behandlung nötig ist oder nötig
sein wird und welches der beste Zeitpunkt für eine Behandlung ist.
| - | Ermöglicht die Beeinflussung des Kieferwachstums |
| - | Ermöglicht die Korrektur der Kieferbreite |
| - | Ermöglicht das Halten oder Kreieren von Platz für die durchbrechenden bleibenden Zähen |
| - | Ermöglicht die Beeinflussung der Durchbruchsrichtung bleibender Zähne |
| - | Verkleinert das Unfallrisiko bei vorstehenden Oberkieferfrontzähnen |
| - | Erlaubt die positive Beeinflussung von Sprach- oder Schluckproblemen |
| - | Vereinfacht und/oder verkürzt möglicherweise spätere Korrekturschritte |
| - | Verkleinert die Wahrscheinlichkeit von Durchbruchsstörungen und Retention bleibender Zähne (Zähne die im Kieferknochen stecken bleiben und nicht in die Mundhöhle durchbrechen können) |
Nein. Bei gesunden und sanierten Zähnen und bei gesundem Zahnhalteapparat
ist eine kieferorthopädische Behandlung praktisch immer möglich.
Viele kieferorthopädische Probleme können so leicht und so gut bei
Erwachsenen korrigiert werden wie bei Kindern. Kieferorthopädische Kräfte
bewegen die Zähne einer 60- jährigen Patientin oder eines 60- jährigen
Patienten in der gleichen Art wie die eines 12- jährigen Kindes.
Komplizierende Faktoren, wie das Fehlen des Kieferwachstums bedingen eventuell
eine spezielle Behandlungsplanung.
Ca. 20% unserer Patienten sind erwachsen.
Beim Erwachsenen können das fehlende Kieferwachstum, allfälliger
Zahnfleisch- und Knochenschwund beim Zahnhalteapparat (Paradontalerkrankungen),
sowie abgenutzte, beschädigte und fehlende Zähne unter Umständen
Anpassungen der Behandlungsart und des Behandlungsresultates bedingen.
Kieferorthopädie ist vielleicht nur ein Teil einer umfassenden Behandlung,
an welcher z.B. die Familienzahnärztin, der Familienzahnarzt oder auch
ein Kieferchirurge beteiligt sind.
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